Stakeholder-Workshop am 10.12.2019 in Berlin

Um unseren Modellvorschlag mit zahlreichen Expert*innen zu diksutieren und weiter auszugestalten, haben wir öffentlich zu einem Workshop am 10. Dezember 2019 in Berlin eingeladen. Dieser Einladung sind ca. 60 Personen aus verschiedensten Organisationen und Unternehmen des Gesundheitswesens gefolgt.

Organisatorische Details

Ziel des Workshops: Auf Grundlage unseres Vorschlags gemeinsam ein präzisiertes Modell mit Prozessen, Rollenverteilung und Anreizmechanismen zur Schaffung von Interoperabilität im Gesundheitswesen erarbeiten

Zielgruppe: Begrenzte Anzahl an Teilnehmer/innen aus verschiedenen Organisationen und mit verschiedenen Perspektiven, um möglichst viele Interessen berücksichtigen zu können; Fachebene der Schwerpunkte Medizininformatik, Standardisierung und Prozessgestaltung gefordert;  

Ort: Hotel Meliá Berlin

Zeit: 10:00 bis ca. 17:00 Uhr

Ergebnisse

Nachfolgend finden Sie die Ergebnisse des Stakeholder Workshops vom 10.12.2019, welche durch die aktive Beteiligung aller am Workshop teilgenommenen Stakeholder durch Gruppenarbeiten und Diskussionen im Plenum entstanden sind.

Einleitung

Am 10. Dezember 2019 fand der Stakeholder-Workshop der gematik GmbH zum Thema „Interoperabilität 2.0“ im Hotel Meliá in Berlin statt. Die öffentliche Bekanntmachung des Termins ist auf unerwartet großes Interesse gestoßen. Aus diesem Grund wurde der Umfang deutlich erweitert und schließlich 63 interessierte Akteure aus den verschiedensten Bereichen des Gesundheitswesens eingeladen. In dem Workshop wurde sowohl in verschiedenen Arbeitsgruppen als auch im Plenum angeregt und konstruktiv diskutiert, wie die Zukunft des Themas Interoperabilität aussehen könnte. Das Ziel der Veranstaltung war es, Lösungsansätze zum Aufbau von Governance-Strukturen zur Erreichung von Interoperabilität im Gesundheitswesen zu erarbeiten – also eine Initialzündung zu erreichen.

Gestartet wurde der Workshop mit einer Keynote durch Herrn Thomas Süptitz, Leiter des Referats Interoperabilität und CyberSecurity im Bundesministerium für Gesundheit, sowie der Eröffnungsrede durch den Geschäftsführer der gematik GmbH, Herrn Dr. med. Markus Leyck Dieken. In beiden Ansprachen wurde deutlich die Relevanz der umfangreichen Expertise der verschiedenen Stakeholder betont und zugesichert, die Einbeziehung dieser weiter stärken und die erarbeiteten Lösungsansätze aufnehmen zu wollen. Außerdem wurde der Rahmen für die Veranstaltung weit aufgespannt und dazu ermutigt, über die nationalen Landesgrenzen hinweg und losgelöst von bestehenden Einschränkungen zu denken. Insbesondere im Hinblick auf die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands ab der 2. Hälfte des Jahres 2020 sollten brückenbildende Signale in Richtung EU gesendet werden. Dafür müsse der Dialog mit diesem Workshop beginnen, konsequent weiterverfolgt und aktiv gefördert werden.

Im Anschluss an diese einleitenden Worte wurden unter anderem auf Basis von Rückmeldungen zu Fragestellungen, die den Teilnehmern vorab gestellt wurden, fünf verschiedene Schwerpunktthemen vorgestellt. Diese Themen sollten in anschließender Gruppenarbeit anhand von drei Detailfragen diskutiert und nach Möglichkeit gemeinsame Lösungsansätze erarbeitet werden. Das Stimmungsbild der einzelnen Gruppen sowie die Ergebnisse zu den Fragestellungen sind in den folgenden Abschnitten dargestellt.

Gruppe 1: Komitee/E-Health Rat: Struktur und Zusammensetzung

  • Frage 1: Welche Mitglieder-/Vertreter-Zusammensetzung muss das Komitee haben, um die relevanten Stakeholder zu berücksichtigen und trotzdem zielgerichtet und effizient arbeiten/entscheiden zu können?
  • Frage 2: Welche organisatorische und fachliche Struktur muss das Komitee haben, um die relevanten Themen und Fachbereiche abzubilden und effizient arbeiten/entscheiden zu können?
  • Frage 3: Sind dazu mehrere Komitees (große Gruppe, die berät + kleine Gruppe, die entscheidet) oder Arbeitsgruppen (z. B. nach IOP-Ebenen) notwendig?

Die Aufgabe der Gruppe 1 war es, eine Idee zu entwerfen, wie eine Instanz „Komitee“ bzw. „E-Health Rat“ aufgestellt sein könnte, welche Zuständigkeit, welche Struktur und welches Operationsmodell sie haben könnte.

Den Einstieg in die Diskussion machte die Gruppe zunächst, indem aus der eigenen Erfahrung heraus stichwortartig die größten Herausforderungen benannt wurden, die es auf dem Weg zur Etablierung von Interoperabilität zu überwinden gilt. Die Anzahl und Vielfalt der benannten Hürden verdeutlichte abermals, wie grundlegend das Thema Interoperabilität in das Gesundheitswesen eingreift und sogar darüber hinaus gesellschaftlich Einfluss entfaltet. Das Fehlen von geeigneten Formen der sektorenübergreifenden Beteiligung aller relevanten Gruppen aus dem Gesundheitswesen, welches sich als extrem fragmentiert darstellt, bildet einen roten Faden durch die Diskussion, ebenso wie das Fehlen von klaren Konsensbildungsprozessen und Entscheidungspfaden verbunden mit eindeutig zugewiesenen Verantwortlichkeiten, Das Fehlen einer strategischen Ausrichtung der Bemühungen um Herstellung von Interoperabilität, aber auch die Kompromisslosigkeit, mit welcher Partikularinteressen in konträre Richtungen ziehen, wurden bemängelt.

Vor diesem Hintergrund galt es zu diskutieren, welche Aufgabe hier einem Komitee/E-Health Rat zukommen könnte, um daraus abzuleiten, mit welchen Kompetenzen und Strukturen er ausgestattet sein müsste, um der Aufgabe gerecht zu werden. Konsens herrschte in der Feststellung, dass sich bisher gelebte Prozesse zur Vereinbarung von Festlegungen zur Interoperabilität als nicht-funktional erweisen würden. Daher müsse nun ein neuer Prozess definiert werden, welcher entgegen der bisherigen Praxis voll transparent ist, allen Organisationen offensteht, demokratisch organisiert ist, und dessen Ergebnisse verbindlich sind. Der Prozess müsse von einer geeigneten Governance-Struktur umgesetzt werden, welche zu diesem Zweck mandatiert/legitimiert sein müsse.

Bei der nachfolgenden Frage, welche Rolle darin ein Komitee/E-Health Rat einnehmen könnte, herrschte Einigkeit darüber, dass dieser fachlich und nicht etwa politisch arbeiten müsse. Standards und standardumsetzende Spezifikationen sollten auf ihre Interoperabilität bewertet werden – dies sei der Mehrwert, den ein Komitee/E-Health Rat aufgrund der eigenen Expertise erzeugen könne. Auch solle dieser/s externe Expertise beauftragen können, wo dies notwendig werde. Damit führe ein Komitee/E-Health Rat im Sinne einer Exekutive die fachliche Arbeit durch, um zu Bewertungen und Empfehlungen von Standards/Spezifikationen zur Förderung der Interoperabilität im deutschen Gesundheitswesen zu kommen.

Uneinigkeit und Unklarheit herrschte hingegen über die Abgrenzung der Kompetenzen sowie einer dauerhaften Finanzierung des Komitees/E-Health Rats. Zum einen müsse das Verhältnis zu bereits teils gesetzlich festgelegten Verantwortlichkeiten in den Sektoren geklärt werden. In diesem Zusammenhang wurde aber festgestellt, dass ein Komitee/E-Health Rat lediglich die technische Umsetzung von in den Sektoren definierten Use Cases bewerten könne, jedoch nicht die Use Cases selbst. Zum anderen ist zu klären, wogegen die Interoperabilität von Standards und Spezifikationen bewertet werden sollte. Hier wurde die Notwendigkeit einer Liste von für Deutschland empfohlenen Standards gesehen, welche im Rahmen einer Interoperabilitäts-Strategie für Deutschland vorgelegt werden müsse. Die Verantwortung für die Bereitstellung beider ist momentan nicht verortet. Die Diskussionsteilnehmer konnten sich auf keine gemeinsame Sicht darüber einigen, stellten jedoch diesbezügliche Erwartungen an das Bundesministerium für Gesundheit.

Gruppe 2: Komitee/E-Heath Rat: Arbeitsweise und Entscheidungsfindung

  • Frage 1: Wie kommt ein Komitee zu Entscheidungen (z. B. Konsensprinzip, Mehrheitsverhältnisse)?
  • Frage 2: Wie muss die Arbeitsweise eines Komitees sein, um Offenheit, Transparenz und Fairness zu gewährleisten? (z. B. Denkanstoß Ist ein zusätzlicher Kommentierungsprozess über die Kommentierung im Rahmen der Standardentwicklung notwendig?)
  • Frage 3: Welche Entscheidungen (z. B. Standard, Anwendungen, Strategie) sind in einem Komitee zu treffen?

Die Arbeitsgruppe 2 diskutierte zunächst Herausforderungen, die für die Arbeit und die Entscheidungsfindung eines noch zu definierenden „Organs“ bestehen- Beeinflusst wurde dies von der vorangegangenen Plenum-Session, in der die noch recht diffuse Ausgangslage angesprochen wurde, wie man in Deutschland Interoperabilität im Gesundheitswesen erreichen will.

Die Teilnehmer schätzten im ersten Teil der Diskussion im Wesentlichen drei Themen, insbesondere in Bezug auf die Fragestellungen der Gruppe 2, als Hindernisse ein:

  • Scope: Interoperabilität insgesamt im Gesundheitswesen zu erreichen, ist ein sehr hoher Anspruch (Versorgung, Abrechnung, Forschung). Dies ist als Hindernis zu sehen, solange nicht genau klar ist, in welchem Umfang Interoperabilität eigentlich erreicht werden soll. Anhand der dennoch unklaren Rahmenbedingung ist schwer zu definieren, was demzufolge der Scope des Komitees sein muss, zu dem es berät und Entscheidungen treffen soll. Konsens dieser Diskussion: Im Kern geht es um die Versorgung des Patienten, der bislang nicht im Zentrum der Betrachtung war. Diese neue Herausforderung muss berücksichtigt werden, wenn man medizinische Daten interoperabel austauschen will, damit diese Informationen genutzt werden können.
  • Vorgehen: Es gibt in Deutschland keinen Prozess, kein anerkanntes Vorgehen, wie man Interoperabilität im Gesundheitswesen erreichen will, ein gemeinsames Herangehen fehlt. In dieser Lage warten Einige ab, Andere ergreifen pragmatisch für ihre Umgebung Initiative und organisieren sich alleine, bevor gar nichts getan wird. In diesem Zusammenhang artikuliert sich dann meist auch eine (teilweise diffuse, teilweise konkrete) Erwartungshaltung an das Bundesministerium für Gesundheit oder die gematik (auch an vesta). Es ist unklar wie das „Neue“ aussieht, und wie man dahin kommt (Transfer der Erkenntnisse in konkrete Lösungen)
  • Unklarheit: Ob und wie Entscheidungen (von wem auch immer, z. B. einem Komitee) bezüglich Interoperabilität getroffen (-> Transparenz) und schließlich durchgesetzt werden (-> Anreiz, Pflicht, Geld), ist offen. Erst durch diese Klarheit würde auch Planungssicherheit/Investitionssicherheit für diejenigen entstehen, die schließlich an der Umsetzung und Implementierung von interoperablen Lösungen beteiligt sind. Der aktuelle „Schwebezustand“ behindert (seit Jahren) die weiteren Entwicklungen. Nicht alle wollen sich beteiligen, aber alle warten auf „Ergebnisse“.

Hinsichtlich der Frage, wie ein Komitee/E-Heath Rat zu Entscheidungen kommt, gab es keine einheitliche Meinung. Ein Großteil der Teilnehmer sprach sich für eine eher demokratische, aber konsensorientierteArbeitsweise aus. Mischformen, wurden ebenfalls vorgeschlagen: So kann je nach Art und Bedeutung einer Entscheidung auch eine erhöhte prozentuale Zustimmung erforderlich sein (z.B. 50 % im Normalfall, bei weitreichenden Entscheidungen z.B. 66%). Zusätzlich wurde diskutiert, ob z.B. fachliche Untergruppen andere Entscheidungsprozesse (z.B. Konsens) haben können, deren Ergebnisse dann wieder mit Mehrheitsentscheidung zusammengeführt werden. Als wichtig angesehen wurde, dass Entscheidungen begründet sind und ggf. auch eine transparente Abwägung erfolgt ist, wenn es Alternativen gibt. Eine große Schwierigkeit in der Diskussion war die noch offene Zusammensetzung, Kompetenz und Arbeitsweise des Gremiums, auch in Bezug zum Verhältnis zu bereits existierenden Gruppen und Organisationen (z. B. Standardisierungsorganisationen). Auch wurde deutlich, dass es spezielle Unterarbeitsgruppen hinsichtlich fachlicher Themen geben sollte, deren Ergebnisse/Vorschläge schließlich zusammengeführt und entschieden werden sollten. Einig war man sich, dass die Regelungen zur Entscheidungsfindung schon im Vorfeld möglichst breit abgestimmt, aber nicht zu starr sein sollten, um Akzeptanz zu erzeugen und Flexibilität zu gewährleisten. Zudem wurde angeführt, dass Entscheidungen auch eine zeitliche Dimension haben müssen, so dass klare Regelungen zur „Geltung“ (z. B. ab einem bestimmten Zeitpunkt oder mit Übergangsregelungen) erkennbar sind.

Die Diskussionen zur Frage, wie die Arbeitsweise eines Komitees sein muss, um Offenheit, Transparenz und Fairness zu gewährleisten, verliefen wenig kontrovers. Es bestand weitgehend Einvernehmen darüber, dass eine transparente und dokumentierte Arbeitsweise eine der wichtigsten Grundlagen darstelle. Dies gelte weitgehend für alle Stadien der Festlegungen/Entscheidungen (über die Bestimmung der zu entscheidenden Themen, der Zeitplanung, ggf. der Kommentierung bis hin zur Planung und Durchführung von Verifikationsrunden zu vergangenen Entscheidungen). Wichtig war auch, die Kontinuität der Kommunikation ohne zu große Verzögerungen sicherzustellen und Informationen zum zeitlichen und inhaltlichen Verlauf innerhalb des Komitees auch aktiv in verschiedenen Formaten zu verbreiten (z.B. auf Konferenzen), um somit die Existenz und Bedeutung des Komitees immer wieder zu erläutern, auch um z.B. aus den Rückmeldungen Verbesserungsbedarf zu erkennen.

Als weiterer Punkt wurde die Unabhängigkeit und Neutralität des Komitees als Garant für eine weitgehend fachliche Entscheidung gesehen. Dies würde auch ein geeignetes Tempo und eine Arbeitsweise ermöglichen, die nicht nur von politischen und akuten Themen getrieben wäre und bei entstehendem Bedarf auch schnell Entscheidungen herbeiführen könnte. Dies würde ebenso eine starke und sichtbare Moderation erfordern, um wichtige Themen zu priorisieren und das weitere Vorgehen zu beschließen.

Für die dritte Frage, welche Entscheidungen zu treffen sind, konnte kein klares Bild erarbeitet werden. Einerseits wurde argumentiert, dass die zur treffenden Entscheidungen technische und strategische Bedeutung haben müssten, insbesondere was die Auswahl von Standards/Terminologien und ggf. deren Profilierung und Einführung betrifft.

Andererseits sollten diese Entscheidungen bezüglich der konkreten technischen Umsetzung keine zu detaillierten Vorgaben machen, wenn diese für die Erreichung von Interoperabilität nicht erforderlich sind. Hier müsse das Komitee/ der E-Health Rat, je nach Arbeitsweise und Struktur, ggf. auf die Expertise von Fachgruppen setzen und erst dann Entscheidungen treffen. Dazu müsse es Leitplanken für das Komitee/ den E-Health Rat geben, die soweit abgestimmt und ggf. zu anderen Gremien abgegrenzt sein sollten, dass Entscheidungen auch die gewünschte Wirkung ab einem definierten Zeitpunkt erzielen können.

Einig war man sich letztendlich darüber, dass vor der Gründung eines Komitees/ E-Health Rats feststehen muss, was der Scope der Entscheidung sein soll und auf welcher Ebene (administrativ/operativ/strategisch/politisch/technisch) Entscheidungen getroffen werden können. Die Gruppe war sich allerdings nicht einig, welche Ebene(n) das Komitee insgesamt abdecken sollte.

Gruppe 3: Koordinationsinstanz (KOI)

  • Frage 1: Was ist zu koordinieren? (Aufgabengebiete)
  • Frage 2: Wo ist die Abgrenzung zwischen KOI und Komitee bzw. in welchen Punkten muss eine Zusammenarbeit erfolgen?
  • Frage 3: Mit welchen Rechten, Pflichten, Kompetenzen, Entscheidungsbefugnissen muss eine KOI ausgestattet sein, um optimal koordinieren zu können?

Die Aufgabe der Gruppe 3 bestand darin, mögliche Aufgabenfelder einer Koordinationsinstanz sowie die dafür notwendigen Kompetenzen und Rechte zu erarbeiten. Die Frage, ob eine Koordinationsinstanz überhaupt notwendig ist, wurde bereits im Plenum (bzw. innerhalb der Rückmeldungen im Vorfeld zur Veranstaltung) mit deutlicher Mehrheit mit Ja beantwortet.

Eingeleitet wurde die Gruppenarbeit mit der Sammlung und Diskussion von aktuellen Herausforderungen, die durch eine Koordinationsinstanz gemindert werden könnten. Als größte Herausforderung wurde dabei eine fehlende übergreifende Vision und Strategie für den Bereich E-Health in Deutschland gesehen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass ein Portfoliomanagement heute noch nicht vorhanden ist. Fehlende fachliche Grundlagen und eine Diskussion auf Augenhöhe mit allen Beteiligten wurden ebenfalls als Herausforderungen identifiziert. Auch uneinheitliche Verantwortlichkeiten, eine fehlende Kommunikation und eine Intransparenz bezüglich vorhandener Informationen wurden durch die Teilnehmer als aktuell bestehende Probleme genannt. Nicht zuletzt wurden fehlende Entscheidungsstrukturen und klare Vorbereitungen von Entscheidungen als Herausforderungen gesehen.

Im Anschluss erfolgte die Erarbeitung von Aufgabengebieten einer Koordinationsinstanz. Die Arbeitsergebnisse lassen sich in vier Themen gruppieren:

  1. Die Koordinationsinstanz sollte Menschen zusammenbringen und den Dialog fördern. Dies sollte alle Stakeholder im Gesundheitswesen umfassen. Dafür sollten verschiedene Formate (Workshops, Foren, Treffen in verschiedenen Arbeitsgruppen, etc.) entweder neu geschaffen oder bestehende verwendet und weiterentwickelt werden.
  2. Die Koordinationsinstanz sollte auf verschiedenen Ebenen der Interoperabilität (prozessual, gesetzlich, semantisch, technisch) agieren und entsprechende Formate zum Austausch schaffen. Dabei sollten auch Themenstellungen wie beispielsweise Datenstrukturen im Fokus stehen.
  3. Die Koordinationsinstanz sollte zur Entscheidungsvorbereitung von beispielsweise Festlegungen entsprechende Stakeholder an einem Tisch versammeln. Dabei gehe es darum, fachliche Expertise für einen bestimmten Anwendungsfall einzuholen. Darüber hinaus sollte aber auch die semantische und technische Expertise hinzugenommen werden, um die fachlichen Anforderungen sinnvoll umzusetzen. Dies sollte durch die Koordinationsinstanz aktiv gesteuert und begleitet werden, damit zu treffende Entscheidungen auf einer neutralen Basis aufsetzen.
  4. Nicht zuletzt sollte die Koordinationsinstanz, auf Basis einer zu entwickelnden Strategie, eine Roadmap vorbereiten, abstimmen und pflegen, damit zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Themen gearbeitet werden kann.

Insbesondere in Bezug auf die letzten beiden Aufgabengebiete der Koordinationsinstanz beschäftigte sich die Gruppe anschließend mit potenziellen Anknüpfungspunkten an ein Komitee/E-Health Rat.

Als klarer Punkt der Zusammenarbeit wurde die zu erstellende Roadmap herausgestellt. Diese sollte in erster Linie zwischen KOI und Komitee/E-Health Rat abgestimmt werden. Darüber hinaus sollte es regelmäßige Treffen zwischen beiden Instanzen geben, um einen transparenten Informationsaustausch zu gewährleisten.

Getrennt agieren sollten die beiden Instanzen hingegen in der Entscheidungsfindung. Die Koordinationsinstanz bereite Entscheidungen vor und das Komitee treffe diese. Die Koordination und das Controlling der getroffenen Entscheidungen übernehme wiederum die Koordinationsinstanz.

Darüber hinaus sollte das Komitee in Bezug auf das Thema „Evaluation“ aktiv werden. Hier liefere die Koordinationsinstanz den Input, das Komitee führe die Evaluation letztendlich jedoch durch.

Zusammenfassend aus den Herausforderungen und den ersten beiden Fragestellungen konnten schließlich erste Ideen dazu entwickelt werden, welche Rechte, Pflichten, Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse für die Koordinationsinstanz benötigt werden.

Die Koordinationsinstanz müsse ein klares Mandat bekommen, die beschriebenen Aufgaben ausführen zu dürfen. Dabei sei die Trennung der Verantwortlichkeiten genauso im Rahmen einer gesetzlichen Regelung zu formulieren, wie auch die Mandatierung. Die Durchsetzung einer zu erstellenden Roadmap sollte durch die Koordinationsinstanz erfolgen. Damit verbunden sei aber auch, die Transparenz über Entscheidungen und entsprechende Begründungen zu gewährleisten.

Die Vernetzung aller beteiligten Stakeholder stehe im Fokus der KOI, weshalb sie neutral und unabhängig sein sollte. Es seien hierfür Rahmenbedingungen festzulegen, wie die Vernetzung und die Einbeziehung aller Beteiligten erfolgen sollte.

In der Gruppenarbeit offengeblieben ist, wie es zu einer übergeordneten Strategie kommt und damit auch, ob auf Basis dieser Strategie die Koordinationsinstanz die benötigten Aufgabengebiete und damit verbundenen Rechte und Pflichten erhält. Hier wurde sich nach kurzer Diskussion darauf verständigt, dass dies nicht Aufgabe der Gruppe sei.

Gruppe 4: Verbindlichkeit

  • Frage 1: Mit welchen Mechanismen, insbesondere gesetzliche Regelungen und finanzielle Anreize, ist die verbindliche Etablierung und Nutzung von Standards für die Zukunft erreichbar?
  • Frage 2: Welche Konsequenzen (Bonus/Malus) folgen bei Nichteinhaltung der Standards?
  • Frage 3: Mit welchen Mechanismen und bei welcher Instanz ist die Einhaltung von verbindlichen Standards zu prüfen (Bestätigungsverfahren, Zulassung, etc.)?

Auch das Thema Verbindlichkeit von Festlegungen zu IT-Standards im Gesundheitswesen wurde angeregt diskutiert. Schon das Brainstorming zum Einstieg der Gruppenarbeit zeigte verschiedenste, durch die Teilnehmer wahrgenommene, Herausforderungen auf und erzielte bereits erste Verbesserungsvorschläge.

Als Herausforderung wurde u. a. identifiziert, dass die Verbindlichkeit zu Verlässlichkeit und Investitionssicherheit führen soll, zugleich aber nicht innovationshemmend sein darf. Ebenso wurde bemängelt, dass die Verbindlichkeit bisher uneinheitlich definiert werde (z. B. föderal oder sektoral) und zudem meist unklar adressiert (bzgl. eines konkreten „Empfängers“) sei. Außerdem wird der Aufwand zur Erreichung von Interoperabilität auf Basis der aktuellen Situation als größer als der zu erwartende Nutzen eingeschätzt und kritisiert, dass die Ressourcen der Industrie aber auch die Bedürfnisse der Anwender nicht ausreichend beachtet werden würden. Hinzu käme die Vielzahl an „Quasi-Standards“, wo die Herausforderung darin liege, aus dem Vorhandenen geeignete Festlegungen abzuleiten, statt weiter neue Standards zu entwickeln. Zudem wird festgestellt, dass andere Bereiche wie das Sozial- und Justizwesen sowie die konkrete Abgrenzung des zu betrachtenden Marktes zu wenig berücksichtigt werden würden.

Vorgeschlagen wird, eine Verbindlichkeit entsprechend den Anforderungen des Use Cases unterschiedlich zu definieren, dabei jedoch einer übergeordneten Roadmap bzw. Priorisierung von Themen zu folgen.

Auf Basis dieses Meinungsbildes wurde die Frage diskutiert, mit welchen Mechanismen die verbindliche Etablierung und Nutzung von Standards zukünftig besser erreichbar ist. Vorgeschlagen wurde, dass eine oder mehrere autorisierte Instanzen Standards (dies könnten ebenso für Hersteller verpflichtende Wechselschnittstellen sein) sowie die Nachweisbarkeit ihrer Nutzung festlegen. Besonders wichtig dabei sei jedoch, dass auch dementsprechende Vorgänger-Standards abgekündigt und eine Migrationsstrategie mit einem realistischen Zeitplan vorgegeben wird. Finanzielle Anreize für die Endanwender (z. B. Ärzte) der Software-Produkte, gekoppelt an die Erstattungsfähigkeit von Leistungen im GKV-System, sowie Sanktionen bei Nichtbeachtung, sollen den Verbreitungsgrad erhöhen. Allerdings sei es erforderlich, dass diese Festlegungen auf Basis gesetzlicher Vorgaben entstehen, sodass Hersteller mehr Investitionssicherheit und ein geringeres Risiko haben.

Als Konsequenz einer Nichtbeachtung von Festlegungen, sollte Herstellern für ihre Produkte der Marktausschluss drohen. Eine Bonusregelung bei Beachtung von Festlegungen wird von den Teilnehmern als schwierig angesehen, da es u. a. zu Lasten des Budgets in der gesetzlichen Gesundheitsversorgung erfolgen würde.

Zu einer nachgelagerten Prüfung der Einhaltung von Standards wird vorgeschlagen, dass eine autorisierte Akkreditierungsstelle zum einen selbst zertifizieren bzw. zulassen kann, zum anderen aber weitere Instanzen Use Case-bezogen zur Erteilung einer Zertifizierung/Zulassung ermächtigen kann. Gegenstand der Zertifizierung/Zulassung sollten Softwarehersteller bzw. deren Produkte sowie Medizintechnik sein. Die entsprechenden Tests könnten u. a. dem Beispiel von sogenannten Connectathons folgen. Durch die bereits erwähnte Verknüpfung an den Abrechnungsprozess im GKV-System sei eine Durchführbarkeit der Mechanismen, also eine Erstattung oder Nichterstattung und damit Ausschluss aus dem ersten Gesundheitsmarkt, gewährleistet.

Zur optimalen Umsetzung dieses Prozesses sei es allerdings erforderlich, dass die Festlegungen zu den entsprechenden Use Cases, die akkreditierten Instanzen sowie die zertifizierten/zugelassenen Hersteller und Produkte transparent und öffentlich dokumentiert werden. Dies könne u. a. durch eine Meldepflicht der akkreditierten Instanzen gegenüber der Akkreditierungsstelle sichergestellt werden.

Ein zentrales Thema, was schon zu Beginn der Diskussion aufkam und diese weiterhin begleitete, war die Akzeptanz. Die verbreitete Meinung war, dass eine vorhandene Akzeptanz und das Verständnis des Nutzens von (interoperablen) Produkten für die Endanwender den Druck auf Hersteller und den Markt steigern und die Notwendigkeit für komplizierte Zertifizierungs- und Abrechnungsmechanismen mindern würde. Jedoch wurde mehrheitlich kritisiert, dass es an Akzeptanz gegenüber interoperablen Produkten bei den Endanwendern mangelt. Uneinig waren sich die Teilnehmer, worin der Grund liegt bzw. wie die fehlende Akzeptanz gewonnen werden könnte. Die konträren Ansichten waren, dass eine Akzeptanz eigentlich vorhanden sein müsste, ohne dass/bevor Zwänge und Verpflichtungen bestehen. Auf der anderen Seite wurde argumentiert, dass eine Akzeptanz erst durch die verpflichtende Nutzung von Produkten schnell und effektiv gefördert werden kann – ein klassisches Henne-Ei-Problem. Einig war man sich jedoch darüber, dass in jedem Fall zielgerichtete und umfangreiche Kommunikation im Sinne von Marketingmaßnahmen und Aufklärungsarbeit erfolgen sollte.

Gruppe 5: Internationalität

  • Frage 1: Welche Rolle und Position auf der internationalen Ebene kommt dem Komitee/E-Health Rat zu? (Wie können internationale Abstimmungen erfolgen?)
  • Frage 2: Welche Rolle und Position auf der internationalen Ebene kommt der Koordinationsinstanz zu? (Wie können internationale Abstimmung erfolgen?)
  • Frage 3: Welche Rolle und Zweck auf der internationalen Ebene kommt den Mechanismen für verbindliche Etablierung und Nutzung von Standards zu?

Die fünfte Gruppe befasste sich mit dem Thema Internationalität. Bevor die Rolle nationaler Instanzen im internationalen Kontext diskutiert werden konnte, wurde auch in dieser Gruppenarbeit zuerst ein gemeinsames Stimmungsbild entworfen.

Es stand in der Gruppe nie zur Frage, dass sich Deutschland als Teil der EU und der Welt zu begreifen und zu interagieren hat. Es wurde festgehalten, dass ein Mensch, egal wo auf der Welt, auf die gleiche Art und Weise krank ist und im Zentrum der Betrachtung stehen müsse. Einigkeit herrschte ebenso darüber, dass medizinische Forschung effizient nur auf internationaler Ebene erfolgen kann (besonders auch bei seltenen Erkrankungen, wo erstmal eine bestimmte Fallanzahl dafür zusammen zu bekommen ist).

Ebenso wurde ausgesagt, dass wir in Deutschland vor einem Umsetzungsproblem hinsichtlich Interoperabilität im Gesundheitswesen stünden, welches unter anderem auch eine Mentalitätsfrage sei. Es gelte, zukünftig Produkte und Services interoperabel und schnell erlebbar zu machen, statt eine min. 100%-Lösung anzustreben, die spät oder vielleicht niemals kommt.

Außerdem fehle eine verständliche Übersicht, wer national wie international im Bereich der Interoperabilität und E-Health was tut. Es fehle an einer Anlaufstelle (Portal sowie Personen), welche dieses Informationsdefizit füllt (u. a. wer ist in welchem Projekt aktiv; wo wird an welchem Standard wann gearbeitet etc.) und geeignet aufbereitet.

Der Eindruck der Gruppe, dass Deutschland auf europäischer Ebene bei Standardisierungsaktivitäten und auch im Bereich E-Health zu zurückhaltend agiere (fehlendes Engagement), sollte durch besseres gemeinsames Engagement abgelöst werden. Man sollte sich einigen, was man zu Interoperabilität im Gesundheitswesen gemeinsam erreichen wolle (Ziele, Vision, Mission), dies umsetzen und auf die Bereitschaft der anderen Länder hinarbeiten, mit Deutschland konkret zusammenzuarbeiten. Unbeantwortet blieb vorerst die Frage, worauf man hinsichtlich Interoperabilität im deutschen Gesundheitswesen stolz sein kann.

Für die anschließende Bearbeitung der Fragestellungen war der „Kunde“, also der Patient, mit seinem Bedürfnis, gesund bleiben bzw. gesund werden zu wollen, die Ausgangslage. Weitere „Kunden“ wie Heilberufler und Forscher mit ihren jeweiligen Bedürfnissen (z. B. zu heilen, zu forschen und sich weiter zu bilden) wurden ebenfalls als sehr wichtig erachtet, aber nicht explizit weiter diskutiert.

Um der aufgezeigten Herausforderung der fehlenden Informationsbasis zu begegnen, wurden die folgenden Ideen gemeinsam entwickelt:

vesta sollte zukünftig als Informationsplattform für Internationales und andere Themen rund um E-Health, Telemedizin und Interoperabilität im Gesundheitswesen dienen. Das Informationsportal sollte u. a. abbilden:

  • Welche Instanz in Deutschland macht auf welcher Ebene der Interoperabilität was?
  • Welche Arbeitskreise zu Medizininformatik-Standards gibt es und woran arbeiten sie? Wann treffen sie sich?
  • Welche Projekte und Piloten werden gerade wo in Deutschland oder international gefördert?
  • Wer sind die Ansprechpartner in Deutschland und in anderen Ländern für den (inter)nationalen Austausch und die Zusammenarbeit z. B. unter Datenschutz-Experten, für Piloten/Projekte/Produkte im Gesundheitswesen, für Forschungsstudien?

Für die identifizierte Herausforderung der fehlenden Nutzung (inklusive Verbindlichkeit) von IT-Standards wurden die folgenden Ideen gemeinsam entwickelt:

Die alleinige Information über alle möglichen IT-Standards (Verzeichnis) sei nicht ausreichend, um Interoperabilität im Gesundheitswesen voranzubringen. Es müssten IT-Standards ausgewählt werden und auf geeignete Art und Weise normativen Charakter für eine Umsetzung in Deutschland bekommen. Ein Commitment, welche IT-Standards pro Anwendungsfall genutzt werden sollen, ist notwendig, um möglichst alle Akteure Produkte (weiter-)entwickeln zu lassen, welche untereinander interoperabel sind. Bevor ein Commitment gegeben werden sollte, sei das Anhören der zuständigen Kompetenzen essentiell.

Unter der Annahme, dass die Koordinationsinstanz eine kleine Gruppe ohne Entscheidungskompetenz ist, stellten sich die Gruppenmitglieder folgendes vor:

Die Koordinationsinstanz agiert als Projektmanagement Office, d. h. sie hat die Gesamtübersicht über alle laufende Aktivitäten, welche Interoperabilität im Gesundheitswesen fördern sollen. Die Koordinationsinstanz ist die initiierende bzw. zu informierende Instanz für neue Aktivitäten und Projekte, welche teilweise auch durch das Komitee durchgeführt werden können. Die Koordinationsinstanz synchronisiert und koordiniert damit für Deutschland nationale und internationale Förderungen, welche auf die Interoperabilität einzahlen. Sie sichtet nationale und internationale Projekte/Piloten und Aktivitäten und macht sie über das Informationsportal transparent. Die Koordinationsinstanz kennt Ansprechpartner zu Interoperabilität im Gesundheitswesen aus anderen Ländern und vermittelt sie gerne, z. B. für bilaterale Zusammenarbeiten, weiter. Die Koordinationsinstanz ist für Stakeholder geeignet erreichbar und nimmt deren (z. B. fachliche) Anforderungen mit. Die Koordinationsinstanz macht die Ergebnisse aus fachlichen Ausschüssen, z. B. des Komitees oder bei Standardisierungsaktivitäten, transparent.

Des Weiteren stellen sich die Teilnehmer der Gruppe 5 unter der Annahme, dass das Komitee ein größeres Gremium mit Entscheidungskompetenz ist, folgendes vor:

Das Komitee führt die durch die Koordinationsinstanz initiierten Aktivitäten und Projekte durch. Es agiert als Lenkungsausschuss und ist wahrscheinlich mit fachlichen Ausschüssen bestückt. Das Komitee ist, sofern entsprechend mandatiert, geeignet um Verbindlichkeit/Commitment zu ausgewählten IT-Standards herzustellen. Dies kann mithilfe eines noch zu definierenden Konsensverfahrens erfolgen. Das Komitee nimmt nach der inhaltlichen Durchsicht und Würdigung die Ergebnisse der Projekte/Aktivitäten ab oder weist diese zurück. Weitere Aktivitäten des Komitees bzw. dessen fachlichen Ausschüssen können die nationale Profilierung von ausgesuchten internationalen IT-Standards, fachliches Feedback nach der Implementierung eines ausgesuchten IT-Standards, konzeptuelle Arbeiten, Wissensaufbau und –Austausch über IOP im Gesundheitswesen anderer Länder und vieles mehr sein. Zudem identifiziert und kommuniziert das Komitee etwaige „leere Flecken und lose Enden“ bezüglich Interoperabilität im Gesundheitswesen an die Koordinationsinstanz.

Folgende allgemeine Anmerkungen erfolgten zudem: 

  • Opt-In Verfahren (Freiwilligkeit; Ich entscheide mich bewusst z. B. für die Nutzung einer Anwendung) sind gegenüber Opt-Out Verfahren (Verpflichtung; Ich widerspreche aktiv) zu bevorzugen.
  • Experten, welche an Standardisierungsaktivitäten aktiv teilnehmen, sind entsprechend dafür zu finanzieren.

Der Scope und die Schnittstellen von Komitee und Koordinationsinstanz sind unklar und müssen klar definiert werden. Verantwortlichkeiten und Aufgaben lassen sich mithilfe der RACI-Matrix übersichtlich darstellen und verteilen.

Schaubilder

Im Zuge der Diskussionen im Plenum sind gemeinsam neue Schaubilder zur Darstellung einer Governance und der Zusammenarbeit der verschiedenen Stakeholder entstanden.

Fazit und Ausblick

Nach den Gruppenarbeiten und der Vorstellung der Ergebnisse im Plenum wurde eine abschließende, themenübergreifende Diskussion durchgeführt. In dieser sehr angeregten Debatte sind zwei Modellvorschläge entstanden, welche für die Weiterarbeit an einer Governance-Struktur die Basis bilden.

Die Modellvorschläge aus der Plenumsdiskussion und die Arbeitsergebnisse aus den einzelnen Gruppen werden nun im nächsten Schritt übereinandergelegt, um daraus einen neuen Modellvorschlag zu entwerfen und diesen mit konkreten Inhalten zu füllen. Dabei werden die im Workshop aufgeworfenen Fragestellungen und weiteren ungeklärten Themen mit eingearbeitet. Insgesamt soll eine Grundlage für weitere Workshops im Jahr 2020 gebildet werden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei allen Teilnehmern/innen für die angeregte und konstruktive Mitarbeit in den verschiedensten Diskussionen und die aktive Unterstützung, sowohl im Vorfeld der Veranstaltung bei den „Hausaufgaben“, als auch innerhalb der Veranstaltung selbst. Aus unserer Sicht wurde das Ziel des Workshops erreicht und Grundlagen dafür erarbeitet, weitere Schritte auf dem Weg zur Interoperabilität im deutschen Gesundheitswesen zu gehen.